Spitzen-Handwerk in Wien: Lange Tradition und lebendige Gegenwart

Kostbare Geigen, feines Porzellan, schicke Hüte und edle Schuhe: Handwerk hat in Wien eine lange Tradition und eine sehr lebendige Gegenwart.

Geigenbaumeisterin Bärbel Bellinghausen hält die traditionelle Handwerkskunst mit ihren überlieferten Methoden hoch. Ohne Hilfe von Maschinen fertigt sie in ihrer Werkstatt im 5. Bezirk in Wien in je zwei bis drei Monaten Arbeitszeit wertvolle Instrumente, nach eigenen Entwürfen oder nach dem Vorbild der alten Meister. Für den Umgang mit dem inhomogenen Werkstoff Holz, so Bellinghausen, eigne sich ohnehin nur Handarbeit. Auch den Lack, mit dem das fertige Instrument geschützt wird, kocht sie nach alten Rezepten.

Becher und Teller in Pastelltönen, Lampen mit filigranem Lochmuster und Windlichter mit zartem Dekor: Jedes Produkt aus der Porzellanmanufaktur feine dinge ist zu 100 Prozent Handarbeit. Zuerst wird das Stück in Gipsformen gegossen, retuschiert und rohgebrannt, danach geschliffen und nach dem Glasieren nochmals gebrannt. Sandra Haischbergers Entwürfe sind reduziert gestaltet, haben eine besondere Haptik und fein strukturierte Oberflächen. Gerne nimmt die Designerin die Formensprache der Vergangenheit als Inspiration für ihr Porzellan auf.

Auch die Erzeugnisse der Hutmanufaktur Mühlbauer basieren auf Handfertigung, Maschinen werden nur zur Unterstützung eingesetzt. Die Herstellung von Hüten ist ein komplexer Vorgang. Das Ausgangsmaterial Filz wird gestärkt, gedämpft, gedehnt, geformt, getrocknet, gebügelt und gebürstet, bis es seine endgültige Form erreicht hat, der Hut wird dann noch je nach Design mit Bändern, Knöpfen, Schnallen oder Federn versehen. Das 1903 gegründete Familienunternehmen wird seit 2001 von Klaus Mühlbauer in vierter Generation geleitet. Seine handgefertigten Kopfbedeckungen in Top-Qualität sind auch international erfolgreich und werden von Promis wie Brad Pitt, Meryl Streep oder Madonna getragen.

Mindestens 60 Stunden Handarbeit stecken in jedem Paar Schuhe des 1816 gegründeten Traditionsbetriebs Scheer Schuhe in der Wiener Innenstadt, das seit Mitte der 1990er-Jahre von Markus Scheer geleitet wird. Der Weg zum perfekten Schuh führt nach einem ausführlichen Kundengespräch über zahlreiche manuelle Arbeitsschritte wie Maß nehmen, Leisten schnitzen, Probeschuh anfertigen, Rahmen nähen und mehrmaliges Eincremen des fertigen Stücks. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg Scheer zu einer der wichtigsten Schuhmanufakturen Europas auf und erhielt 1878 den Titel „kaiserlicher und königlicher Hofschuhmacher“.

 

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