Neue Droge auf dem Vormarsch: Fentanyl - Missbrauch von Schmerzpflastern kann tödlich sein

Als verschreibungspflichtiges Medikament soll Fentanyl die Schmerzen von schwer Kranken lindern. Doch seit einigen Jahren haben Drogensüchtige den Stoff für sich entdeckt. Falsch dosiert kann Fentanyl aber tödlich sein.

Fentanyl ist eine synthetisch hergestellte Droge auf Morphinbasis. In der Schmerzbehandlung wird der verschreibungspflichtige Wirkstoff meist über Pflaster verabreicht, die auf schmerzende Stellen geklebt werden. Der Wirkstoff wird nach und nach abgegeben und soll zum Beispiel die Schmerzen von Krebspatienten lindern.

Seit einigen Jahren wird Fentanyl aber auch als Droge missbraucht. Der Wirkstoff ist mehr als hundertmal stärker als Morphium. Falsch dosiert kann der Stoff zu Atemproblemen, bis hin zum Atemstillstand, führen.

Seit Oktober sind drei Männer aus dem Landkreis Lörrach am Missbrauch von Fentanyl gestorben. Das letzte Todesopfer starb Anfang April.

"In der Regel ist es so, dass Fentanyl als Pflaster verschrieben wird. Und diese Pflaster werden dann nicht ordnungsgemäß aufgeklebt, sondern ausgekocht und dann injiziert", erklärte Frank Meissner vom Arbeitskreis Rauschmittel der Lörracher Drogenberatungsstelle. Nach Angaben von Experten enthalten selbst gebrauchte Schmerzpflaster aus dem Müll noch immer 80 Prozent des Wirkstoffs.

Die drei Toten aus Lörrach seien erfahrene Konsumenten gewesen, hätten den Stoff aber falsch eingeschätzt, so Meissner. "Wir gehen davon aus, dass alle drei Todesfälle, die in den letzten drei Monaten aufgetaucht sind, durch unbewusste Überdosierung zu Stande gekommen sind, weil man nicht genau weiß, wie stark diese Lösung ist", erläuterte Meissner. Anders als bei anderen Drogen lasse sich Fentanyl nur schwer dosieren.

Die Lörracher Kriminalpolizei vermutet bei den drei Drogentoten, dass Patienten ihren Ärzten große Schmerzen vorgetäuscht haben könnten, um Fentanyl-Schmerzpflaster verschrieben zu bekommen. Diese hätten sie dann selbst konsumieren oder verkaufen können.

Das für Drogenprävention zuständige Landessozialministerium sieht deshalb auch die verschreibenden Ärzte in der Pflicht, denn Fentanyl fällt unter das Betäubungsmittelgesetzt. Gegenüber dem SWR äußerte das Ministerium: "Hier sind also in erster Linie auch die Ärzte gefordert, verantwortungsvoll mit der Verschreibung umzugehen - sowohl was den Personenkreis, als auch was die Menge der verschriebenen Pflaster angeht."

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