Die Schwarze Liste - Hotelbetreiber wehren sich gegen unbequeme Gäste

Eier an der Wand, das Inventar zerlegt und die Räume komplett verqualmt. Einige Urlaubsgäste werden immer dreister und verärgern die Hotelbesitzer. Der Tourismus in Spanien boomt und einer der größten Magneten ist die katalanische Hafenstadt Barcelona. Der Fremdenverkehr ist die Haupteinnahmequelle, im Jahr 2012 begrüßte die Stadt über 7,5 Millionen Besucher. Allein die bekannteste Straße „Las Ramblas“ wird pro Jahr 100 Millionen Mal passiert, Touristenshops haben die kleinen Läden vertrieben, die Gastronomen umwerben die ausländischen Gäste und für die Einheimischen bleibt kein Platz.

So kommt leise Kritik an der Tourismus-Branche auf, die Vorwürfe gehen von zu geringer Nachhaltigkeit bis hin zu der zu hohen Profit-Orientierung. Vor allem Passagiere der Kreuzfahrtschiffe machen für ein paar Tage Station in Barcelona. Wenn die Luxusdampfer anlegen, strömen mehrere Tausend Besucher in die Stadt. Doch nicht nur die Menge der Touristen wird zum Problem, einige schwarze Schafe machen den Hotelbetreibern zu schaffen. Sie scheinen fernab der Heimat ihre gute Kinderstube zu vergessen. Dagegen gehen die Hoteliers nun vor.

Es ist üblich, dass sich Gäste im Vorfeld auf Bewertungsportalen über potentielle Quartiere informieren. Nun drehen die Hausherren in Spanien den Spieß um. Nach dem Vorbild des amerikanischen Portals „Guest Checker“ oder des britischen „GuestScan“ haben sie „elitebook.es“ gegründet - eine Art schwarze Liste, auf der negativ aufgefallene Touristen stehen.

Zu Beginn ihres Aufenthalts müssen die Gäste zustimmen, dass ihre Daten an das Portal weitergegeben werden dürfen. Die dazugehörigen Passagen in den Formularen sind allerdings meist kleingedruckt und werden schnell überlesen. Die Leiter der Urlaubsunterkünfte bekommen jedoch keine Liste mit allen Namen ausgehändigt, vielmehr können sie im Fall einer Buchungsanfrage in der Datenbank eine individuelle Abfrage zu dem potentiellen Kunden starten - so bleibt der Datenschutz gewahrt.

Typische Einträge sind „Gast verursachte Schäden“, „rauchte, wo es nicht erlaubt war“, „störte mit Lärm“ und „brachte Haustiere mit ohne zu fragen“. Doch die Mitglieder des Portals wandeln auf schmalem Grat. Sie wollen ein Image als Anschwärzer von Gästen vermeiden. Ein Lösungsansatz ist, die Möglichkeiten der Bewertung auszuweiten, indem Gäste mit einem lachenden, neutralen oder traurigen Smiley beurteilt werden.

So wollen sich die Mitglieder auf Störenfriede besser vorbereiten, um angemessen reagieren zu können. Beispielsweise werden Gäste, die durch einen zu hohen Lärmpegel aufgefallen sind, bei ihrem nächsten Besuch in dem Haus eines Portal-Mitglieds in ein abgelegenes Zimmer einquartiert. Dagegen werden die Räumlichkeiten von Urlaubern, die bei ihrem letzten Aufenthalt gestohlen haben, besonders intensiv kontrolliert. Ablehnen wollen die Mitglieder von „elitebook.es“ auffällige Gäste aber nicht. Denn der Tourismus soll sich verändern, schrumpfen soll er keinesfalls.

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