Rezepte gegen Fachkräftemangel in der Hotellerie

Talk mit Michel Gehrig (Kempinski) und Angell-Chefin Antoinette Klute-Wetterauer 

Forum Tourismus: Fachkräftemangel in der Hotellerie

Ein Dauerthema der Hotellerie ist der Fachkräftemangel, der in manchen Regionen Deutschlands bereits dramatische Ausmaße angenommen hat. Karriere-Events, Speed-Dating mit Hoteldirektoren, spezielle Förderprogramme, Ausbildung „50 Plus" – nie zuvor strengte sich die Hotellerie so sehr an, um geeignete Auszubildende und Mitarbeiter zu gewinnen. Grund genug diese drängende Frage auch bei der Veranstaltungsreihe „Forum Tourismus" ins Zentrum zu stellen und dazu Experten einzuladen, die mit den etwa 100 Besuchern in der Aula der Angell Akademie diskutierten.


Antoinette Klute-Wetterauer, Geschäftsführerin des Angell Bildungsverbundes, verwies in ihrer Begrüßung auf die Situation in Schleswig-Holstein, wo nach Angaben des DEHOGA in dieser Saison der Branche etwa 1.000 Mitarbeiter fehlten und ein Drittel der 2.500 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnte. Als Gründe nannte sie neben dem demographischen Wandel auch die hohe Studienanfängerquote, die dem Ausbildungsmarkt zusetze.


Strategien internationaler Hotelketten am Beispiel von Kempinski

Zum Impulsvortrag konnten die Organisatoren mit Michel Gehrig, Vice President Talent Development von Kempinski Hotels Genf, einen Experten begrüßen, der diese Herausforderung aus der Sicht einer multinationalen Hotelkette kennt. Wer, wie Kempinski, mehr als 70 Fünf-Sternehotels in 30 Ländern betreibt, muss die globalen Arbeits- und Bildungsmärkte stets im Blick haben, um seinen Bedarf an hochqualifiziertem Personal decken zu können.


Gehrig beschrieb anschaulich und leidenschaftlich die Herausforderungen der Branche. Zwar hätten viele CEOs mittlerweile die Problematik erkannt, insbesondere die Personalabteilungen vieler Unternehmen seien aber noch nicht genügend darauf vorbereitet. So verwenden die Unternehmen viel Zeit und Energie in den Ersatz ausgeschiedener und abgeworbener Mitarbeiter, investieren aber zu wenig in die Zufriedenheit des vorhandenen Personals.


Hier sei ein Umdenken erforderlich. So sei bei Kempinski die Rekrutierung neuer Mitarbeiter mittlerweile Chefsache. Bei den hauseigenen Career Days, die Kempinski z.B. in München durchführt und die etwa 1.000 Besucher haben, können die Bewerber direkt mit Direktoren der verschiedenen Kempinski-Hotels sprechen und erhalten sofort eine Zu- oder Absage.


Kempinski habe erkannt, dass die Konkurrenz nicht nur aus anderen Hotelketten, sondern vielmehr aus Unternehmen anderer Branchen bestehe, die zunehmend Mitarbeiter aus der Hotellerie abwerben.


Experten diskutieren Herausforderungen und Chancen

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Stefan Pawellek, diskutierte Gehrig gemeinsam mit Eric Lassiaille, Inhaber des Panorama Hotel Mercure Freiburg, Yvonne Stadler, Gastgeberin des Dorint Hotel an den Thermen Freiburg, Sandra Warden, Geschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes und Robert Wetterauer, Studienortleiter der IBA Freiburg und Geschäftsführer der Angell Akademie Freiburg.


Die verbreitete Annahme, die Hotellerie verlange „zu viel für zu wenig" sah Yvonne Stadler kritisch. Man könne in der Hotellerie sehr schnell Karriere machen. Eric Lassiaille bemängelte die Fokussierung auf das Gehalt: „Wir haben es verpasst, die schönen Momente in der Hotellerie zu kommunizieren."


Sandra Warden bestätigte: „Unserer Branche fehlt das Geld für Imagekampagnen, wie sie zum Beispiel das Handwerk fährt. Die Branche muss daher auf eigene Stärken setzen und zeigen, was sie positiv von anderen unterscheidet."


Robert Wetterauer verwies auf die vielfältigen Anforderungen, die die Hotellerie an die Mitarbeiter stelle: Neben dem branchentypischen „Handwerk" sei auch Managementkompetenz gefragt. Dadurch konkurriere die Hotellerie verstärkt mit anderen Branchen wie zum Beispiel der Versicherungsbranche. Viele Hoteller wechselten daher nach ein paar Jahren in andere Branchen mit besseren Verdienstmöglichkeiten und familienfreundlicheren Arbeitszeiten. „Ich kann an einer Hand abzählen, wie viele meiner ehemaligen Kommilitonen der Branche treu geblieben sind."


Das Forum Tourismus richtet sich an Führungskräfte aus der Reisebranche, der Hotellerie und der Messewirtschaft sowie Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Medien. Veranstalter sind die Angell Akademie Freiburg, der IBA – Studienort Freiburg und der Skål Club Freiburg.


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