Stock Resort: Vorreiter in Sachen Umweltschutz - Fünf-Sterne-Hotel holt sich Energie aus insgesamt 3.600 Metern Tiefe

Ein Jahr lang intensive Datensammlungen und Erkundungsbohrungen für nachhaltige und umweltfreundliche Energiegewinnung - und endlich: Im Frühjahr 2013 wurde das einzigartige Megaprojekt, bei dem neun 400 Meter tiefe Erdwärmesonden gelegt wurden, realisiert und das Stock Resort in Finkenberg/Österreich gewinnt nun einen Großteil seiner Energie aus der Erde. Damit legte das Fünf-Sterne-Hotel im Zillertal einen Meilenstein, denn es waren die weltweit ersten Erdwärmebohrungen in verkarstetem Marmorgestein sowie das größte Projekt dieser Art in Österreich.

Erdwärmebohrungen 2013
Erdwärmebohrungen 2013

Die Familie Stock setzt mit Erdwärme auf eine besonders nachhaltige und umweltfreundliche Form der Energiegewinnung. Die in der Erde gespeicherte Energie ist unerschöpflich und zu 100 Prozent umweltfreundlich. Mit seiner neuen Erdwärme-Anlage wird der Tiroler Leitbetrieb nicht nur beheizt, sondern kann damit auch seine Kühlungen betreiben.

Und so funktioniert's: Das Prinzip einer Fußbodenheizung im Gestein
Prof. Dr. Ingo Sass, Geowissenschaftler an der Universität Darmstadt, der für Planung, Projekt- und Betriebsleitung sowie für die Erfüllung der Voraussetzungen aller Vorlagen verantwortlich war, beschreibt die Anlage des Stock Resorts folgendermaßen: Ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung ist die gesamte Anlage ein in sich geschlossener Kreislauf mit zwei Schläuchen, welche in das Bohrloch hinunter und wieder herauf in einen Technikraum führen. Das Felsgestein in 400 Metern Tiefe fungiert dabei als Wärmespeicher, der im Sommer erwärmt wird und im Winter zur Entnahme zur Verfügung steht. In der kalten Jahreszeit kann dem Gestein die dreifache Menge an Wärme entnommen werden, da diese vom Erdreich ständig nachkommt. Noch dazu ist Erdwärme eine unerschöpfliche Energiequelle und die erneuerbarste von allen. Sie steht immer zur Verfügung und ist grundlastig. Bei Windkraft muss der Wind wehen, für Sonnenenergie muss die Sonne scheinen - das ist hier nicht so.

Mithilfe der neuen Erdwärmesonden werden in dem Fünf-Sterne-Haus 6.600 von insgesamt 8.540 Nutzungsstunden im Jahr abgedeckt - das ist laut Experten Ingo Sass sehr viel für eine derartige Anlage. Durch die aus der Tiefe gewonnenen Wärme werden einerseits alle Niedrigtemperaturen im Stock Resort (Schwimmbäder und Fußböden) geheizt und andererseits im Sommer Räumlichkeiten klimatisiert. Letzteres benötigt übrigens mehr Energie, als das Heizen in den kalten Monaten.

Prof. Dr. Ingo Sass & Josef Stock
Prof. Dr. Ingo Sass & Josef Stock

Zwei Blockheizkraftwerke: Gas & Dampf als Ergänzung
Neben der Erdwärmeanlage verfügt das Stock Resort über zwei Blockheizkraftwerke, welche mit Erdgas betrieben werden. Ganz besonders hervorzuheben ist die Umrüstung der Wäscherei, deren Maschinen nun mit Dampf betrieben werden: Eine Gasturbine macht's möglich. Alleine die Abwärme der hoteleigenen Wäscherei heizt zur Gänze das neue 25-Meter-Outdoor-Sportschwimmbecken - auch hier wird also das Prinzip der Wärmerückgewinnung optimal genutzt.

Insgesamt wurde für dieses Großprojekt in Finkenberg 850.000 Euro investiert. Trotz vorbildlichem Umweltbewusstsein der Hoteliersfamilie drängt sich natürlich die Frage auf, wann sich diese Anlage rechnen wird? Laut aktuellen Berechnungen (auf Grundlage der momentanen Strom- und Gaspreisen) wird derzeit eine Amortisationszeit von ca. 15 Jahren prognostiziert, die jedoch durch ständige Optimierung aller Prozesse noch verringert werden soll. Es wird auch davon ausgegangen, dass der Gasverbrauch um 80 Prozent und damit auch der Ausstoß von Treibhausgasen signifikant reduziert werden kann.

Die Gäste des vielfach ausgezeichneten Wellnesshotels sind begeistert und reagieren positiv auf die zukunftsweisende Energiequelle. Die Familie Stock kann nun mit einem gewissen Stolz sagen: "Wir heizen und kühlen mit Erdwärme und Gas."

"Das empfinden wir als eine wesentlich angenehmere Antwort den Gästen gegenüber als 'Wir heizen mit Öl'. Und das ist für die Nachhaltigkeit in einem so großen Betrieb sehr notwendig. Wir als Familie Stock freuen uns, dass wir mit dieser Investition eine große Vorreiterrolle einnehmen können", so Josef Stock.

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