Bio-Eier? Von wegen glückliche Hühner - Eitrige Wunden, verweste Kadaver

Ostern ohne Ei, das ist wie Hase ohne Ohren. Wie gut, dass wir seit der Abschaffung der Legebatterien vor fünf Jahren mit gutem Gewissen zugreifen können. Freiland- oder Bio-Haltung, da geht es den Hühnern doch blendend, oder? Neue Recherchen wecken Zweifel.

Tierschützer der internationalen Organisation Animal Equality haben nun erschreckende Tatsachen mit versteckter Kamera aufgenommen. Sie wollten herausfinden: Geht es den Hühnern heute besser als in Zeiten der engen Käfige? Sind Bio- oder Freilandhühner glücklicher?

Heimlich haben Animal-Equity-Aktivisten Bio-Höfe und konventionelle Legehennenbetriebe besucht - anerkannte Höfe, die das Qualitätszeichen Baden-Württemberg tragen und zum Teil auch Bio-Siegel erster Klasse. Die Tierschützer kamen in der Nacht, stiegen durch offene Türen und Hühnerklappen in die Ställe. Sie trugen Schutzanzüge, um die Hühnerherden nicht durch Menschenviren zu gefährden.

Die Bilder, die sie von ihren Besuchen mitbrachten, machen keinen Appetit auf Ostereier: mit Kot verschmierte, halbnackte Hühner mit herausgerissenen Federn und eitrigen Entzündungen, in den Ställen halbverweste Kadaver und herumrennende Ratten. Egal ob Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung: Nirgendwo fanden die Tierschützer bei ihren Besuchen auch nur annähernd jene Idylle, mit der die Höfe in der Öffentlichkeit werben.

Experten sehen keine Hinweise auf Tierquälerei
Christian Fritz vom Geflügelgesundheitsdienst Karlsruhe und Michael Grashorn, Professor für Nutztierethologie und Kleintierzucht an der Universität Hohenheim, sehen akuten Handlungsbedarf bei vielen kranken Hühnern, die sie entdecken können. Sie sind teilweise entsetzt über Verstöße gegen Hygienevorschriften: vom vielen Kot verklumpte Böden, aufgestapelte Hühner-Kadaver, Ratten, die Krankheiten einschleppen können. Trotzdem sind sie nicht der Meinung, dass auf den Bildern Tierquälerei zu sehen ist. Fritz stellt fest, dass auch augenscheinlich kranke Tiere nicht unbedingt unglücklich sein müssen. Das sei eine Frage, die ganz schwer zu beantworten sei, "weil man in so eine Henne nicht reingucken kann".

Ähnlich sieht es Michael Grashorn. Zwar bemängelt er die hygienischen Zustände in den gezeigten Ställen. Aber dass gerupfte Hennen zu sehen sind, bedeute "noch lange nicht, dass sie leiden". Der Verbraucher müsse sich damit abfinden, dass die in der Werbung suggerierte Idylle, die man sich gemeinhin vorstelle, in Zeiten der Massentierhaltung nicht mehr zu halten sei.
Der Hahn kräht nicht mehr auf dem Mist

Ohnehin sehen beide Fachleute das Problem eher in den Vorstellungen der Konsumenten. "Wahrscheinlich hat der Verbraucher eine andere Erwartung", so Fritz. Dem auf einem Misthaufen hockenden Hahn mit ein paar Hühnern drumherum begegne er auf seinen Kontrollbesuchen auf Bauernhöfen nicht mehr - "und ehrlich gesagt bin ich ganz froh, denn da hätte ich wirklich Bedenken wegen Krankheitsüberträgern. Das hat heutzutage in der Landwirtschaft auch nichts mehr zu suchen." Die Experten würden so Manches, was sie hier zu sehen bekommen, als Verbraucher auch nicht essen wollen, aber im Großen und Ganzen seien die für den Laien schockierenden Zustände im Hühnerstall von den Tierschutzrichtlinien gedeckt.

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